WALDENBURGERTAL, 01. APRIL 2016

GASTPERSPEKTIVE: «Wir essen zusammen, machen Ausflüge, zum Beispiel in den Zoo oder ins Kunstmuseum. Im Gegenzug habe ich sie auch schon zu mir nach Hause eingeladen und habe für sie gekocht.»

Ich bin M. aus Afghanistan und bin 21 Jahre alt. Ich kenne C. und W. seit mehreren Monaten und wir treffen uns ein- bis zweimal pro Monat. Wir essen zusammen, machen Ausflüge, zum Beispiel in den Zoo oder ins Kunstmuseum. Im Gegenzug habe ich sie auch schon zu mir nach Hause eingeladen und habe für sie gekocht. Sie sind sehr unterstützend und sympathisch; sie fragen, was ich brauche und helfen mir, wo sie können. Ich finde gastschafftfreund ein tolles Projekt und ich bin sehr froh, dass ich Teil davon sein darf.

 

GASTGEBER: Am  24.3.2016 haben wir N. an der Station der Waldenburgerbahn abgeholt, wie mit ihm per SMS abgemacht.  Wir haben ihn zum Mittagessen eingeladen. Der erste Eindruck war, dass wir es mit einem ernsthaften und höflichen Menschen zu tun haben. Er hat sich mehrfach für die Einladung bei  uns bedankt. Er erzählte uns bereitwillig seinen Weg von Afghanistan in die Schweiz, die Gründe, Hintergründe, seine Vorstellungen einer Zukunft in der Schweiz, schilderte  aber auch seine täglichen Kontakte mit seiner Familie in Afghanistan.  Seine Heimatlosigkeit im „Camp“ in Niederdorf war deutlich spürbar. Der Austausch mit uns war sehr herzlich und fand in einem ständigen Wechsel der Sprachen Englisch/Deutsch statt. N. spricht für seinen 2-monatigen Aufenthalt  aber schon gut Deutsch. Er kann sich auch auf Deutsch  unterhalten.  N. hat in Afghanistan begonnen Ökonomie zu studieren, bis die Taliban ihn in seiner Freiheit einengten und ihm und seiner Familie mit dem Tod drohten. Er ist 21 und der Älteste von 5 Kindern. N. möchte gerne hier in der Schweiz studieren. Er weiss, dass er viel Geduld braucht, bis es dazu kommen kann. Wir haben von ihm erfahren, dass er Fr. 21.- pro Woche zur Verfügung hat. In Afghanistan hatte er keine finanziellen Probleme.  Das hat uns dazu  bewogen, dass wir mit ihm nach dem Essen nach Basel fuhren, um ihm ein monatliches U-Abo zukommen zu lassen, so dass er mindestens seine Bekannten besuchen oder zu sonstigen für ihn wichtigen Veranstaltungen gehen kann. Wir haben mit ihm vereinbart, dass wir ihn wieder zum Essen einladen, sowie ihm das monatliche U-Abo übergeben werden. Dies wird am 30. 3. 16 stattfinden. Per SMS hat er uns dies bestätigt.